„Anwaltskanzleien nutzen nur 10 bis 20 Prozent ihrer Potenziale in der Öffentlichkeitsarbeit. Viele Anwälte unterschätzen die Wirkung effektiver Pressearbeit, denken nicht in Headlines oder sind in Mandatsarbeit und Routine verstrickt.“

Selbst in den großen Wirtschaftskanzleien kommt nur eine Minderheit der Partner und Associates aus eigener Initiative mit einem Themenvorschlag auf die PR-Abteilungen zu. Und die Mitglieder in den PR-Abteilungen betreuen neben der Pressearbeit einschließlich der Dealmeldungen noch die immer umfangreicher werdenden Social Media Kanäle. Außerdem müssen sie ständig an Fachverlage berichten, die aus den Informationen die berüchtigten Rankings erstellen.

Und in den kleinen und mittleren Kanzleien denken viele Anwälte, Pressearbeit sei nur etwas für die Großen – nicht wissend, dass Substanz statt Masse in der Zusammenarbeit mit den Medien entscheidet. Kurzum: In der Anwaltschaft werden in Sachen Public Relation große Potenziale verschenkt.

Natürlich ist es für die meisten Anwälte wesentlich einfacher, schnell die eine oder andere (Stellen-)Anzeige in den üblichen Anwaltsgazetten oder Zeitungen zu platzieren. Immerhin behalten die Juristen auf diese Weise die Kontrolle darüber, was in der Anzeige drinsteht. Sie bestimmen Inhalt, Layout, Format und Erscheinungstag. Nachteil der Werbung: Bei einer höchstpersönlichen Dienstleistung, die jeder Anwalt erbringt, ist die bezahlte Anzeige wenig überzeugend, weil die Kanzlei mit der Werbung bekräftigt, etwas verkaufen zu wollen.

Glaubwürdiger ist es da, in der Presse mit Statements zu juristischen Vorgängen zitiert oder interviewt zu werden. Denn die Öffentlichkeit geht davon aus, dass der jeweilige Journalist unabhängig recherchiert hat. Auch liegt es in seinem Ermessen, über den Anwalt und seine Kanzlei zu schreiben oder nicht.

Das setzt voraus, dass Sie als Anwalt den Kontakt zur Presse suchen und bestimmte Journalisten regelmäßig über neue Urteile und Rechtsentwicklungen informieren. Damit erlangen Sie zwar keinen Anspruch auf regelmäßige Erwähnung in den Medien. Die Wahrscheinlichkeit für ein Zitat oder einen Gastbeitrag steigt aber, je länger und intensiver der Austausch mit den Redaktionen erfolgt.

Wichtig ist hier vor allem zweierlei: Erstens müssen Sie proaktiv initiativ werden und der Presse interessante und relevante Informationen professionell aufbereitet anbieten, die die Wirtschaft und/oder die Allgemeinheit interessieren. Und Sie brauchen zweitens meist einen aktuellen Aufhänger, wie jüngst die Einführung der Datenschutzgrundverordnung, um Interesse in den Medien zu finden.

Dieser Weg ist beschwerlicher, kann aber zum Beispiel mit meiner Unterstützung leicht für Sie sein. Es macht ohnehin einen professionellen Eindruck, die Medienarbeit einem PR-Berater anzuvertrauen statt sich immer wieder selber anbieten zu müssen. Die Beauftragung eines Medienprofis lohnt sich allemal. Denn jede positive Erwähnung steigert Ihre Reputation. Und die auf dem Weg dahin eingesetzten Gelder können mit der erzielten Reichweite gegengerechnet werden. Pressearbeit ist dann am Ende fast immer preiswerter als eine Anzeigenschaltung in dem entsprechenden Medium.

Viele Anwälte denken immer noch, sie müssten die Namen ihrer Mandanten preisgeben, wenn sie mit der Presse zusammenarbeiten. Das ist keineswegs so. Denn 99 Prozent der Pressearbeit besteht darin, den Medien interessante und nutzwertige Themen anzubieten – unabhängig von aktuellen Mandaten.